Im Grünen

Wir wollten mal raus ins Grüne. Franz hat sich ein Auto geliehen und wir haben gelacht, weil es innen so sauber war. Dann sind wir los.
Haben wir einen Plan?, frage ich und Franz sagt: Glaub nicht. Ich hab nur Kopfweh von gestern Nacht.

Nach ein paar Stunden ohne Plan, aber mit Kopfweh, sitzen wir schließlich am Wasser auf einem schmalen Streifen Grün. Direkt hinter uns ist ein kleiner Weg und der Parkplatz vom Strandbad Caputh. Menschen steigen in ihre Autos und rufen nach ihren Kindern, ein Hund kommt vom Weg ab und schnüffelt uns an den nackten Füßen. Der Hund heißt Ronny. Ronny sieht traurig aus, weil sein Herrchen ungehalten „bei Fuß“ brüllt und dann hinter unserem Rücken mit ihm schimpft.

Idyllisch hier im Grünen, sagt Franz. Man darf sich nur nicht umdrehen.

Wir drehen uns nicht um. Wir essen Oliven, gucken aufs Wasser und winken den Menschen auf den Ausflugsdampfern zurück.

Ein paar Meter neben uns sitzt ein altes Paar auf Klappstühlen. Er trägt einen Hut und schläft. Sie schaut über seine Schulter zu uns herüber. Immer wenn ich zu Franz schaue, sehe ich, wie sie schnell wegschaut.

Wir wollten zusammen alt werden, sagt Franz und ich weiß, er meint nicht mich. Ich nicke. Wir auch, sage ich und er weiß, ich meine nicht ihn.

Ich lehne mich an ihn an und wir gucken auf das Wasser. Nach einer Weile merke ich, dass Franz eingeschlafen ist. Das Kopfweh, denke ich und begegne wieder dem Blick der alten Frau. Wir lächeln uns an.